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Schiffe meiner Fahrenszeit--- Hafenimpressionen--- Meine Diplomarbeit--- Die Krauths seit 500 A.D.

Briefmarken Heidelberg - Mercur--- Teil 2 - Heidelberg - Neuenheim--- Teil 3a - Heidelberg - Arnold bis 1888--- Teil 3b - Heidelberg - Arnold ab 1889--- Teil 3c - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Karten--- Teil 3d - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Umschläge--- Teil 4 - Varia - Fiskalmarken (Gebührenmarken) - Werbemarken - Sammelmarken---Teil 5 - Heidelberg im oder vom Ausland

Kopf

Briefmarken - "Heimatsammlung" Heidelberg - Von den Privatposten im Deutschen Reich bis in die Moderne

Ich möchte hier und auf folgenden Seiten nach und nach als gebürtiger Heidelberger meine sogenannte "Heimatsammlung" an Briefmarken und anderen philatelistischen Belegen wie Ganzsachen und Stempeln, Vignetten zu Werbezwecken usw. vorstellen.

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Teil 4

Varia - Fiskalmarken (Gebührenmarken) - Werbemarken - Sammelmarken

In diesem Teil stelle ich ein Sammelsurium von markenähnlichen "Klebezetteln" vor, so wie sie mir vorliegen, und erläutere soweit ich etwas dazu zu sagen weiß....

(Neueres gelb hinterlegt)

Das erste ist ein Siegel oder eine Siegelmarke der Gemeinde Heidelberg in Sachsen von 1926 - heute ist dies ein Ortsteil von Seiffen im Regierungsbezirk Freiberg in Sachsen. Dieses Heidelberg liegt dicht an der Grenze zu Tschechien und ist einer von drei Orten in Deutschland, die den Namen Heidelberg führen. (Neben der bekannten Stadt Heidelberg in Baden, ehemalige Residenz der Kurpfalz, gibt es eben dieses Örtchen bei Seiffen in Sachsen sowie eine kaum größere Ansammlung an Häusern des gleichen Namen südöstlich von Pritzwalk in Mecklenburg-Vorpommern.)

Siegel Sachsen

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Eine Siegelmarke des Bürgermeister-Amts aus Heidelberg (Baden) sowie zwei weitere Siegelmarken aus Heidelberg bei Freiberg:

Siegel

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Diese Gebührenmarke ist wohl ziemlich eindeutig dem Zeitraum des 3. Reich zuzuordnen, möglicherweise einer nationalsozialistischen Organsisation.

Fiskal NS

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In der ehemaligen DDR bzw. der Sowjetischen Besatzungszone wurden 1948 vom Deutschen Volkkongreß für die Einheit Deutschlands Spendenmarken mit Motiven aus deutschen Städten verkauft. In der SBZ gab es auch ein Sammelheft dazu. Näheres hier.

Der Stempel auf der Spendenmarke rechts ist vermutlich unbeabsichtigt im Postdurchlauf auf die Marke gekommen.Die Spendenmarken gab es 1949 auch nochmal mit Überdruck.

Unbekannt Unbekannt Neu

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Hier eine Gebührenmarke der Stadt Heidelberg, gestempelt 1950 - bemerkenswert die Verwendung dieser Fiskalmarke mit Werteindruck "Reichsmark" zu jenem Zeitpunkt, an dem bereits die DM Zahlungsmittel war.... Ob der Betrag 1:1 in DM als Gebühr berechnet wurde? Ein schönes Beispiel der Sparsamkeit, daß Restbestände alter Gebührenmarken einfach so aufgebraucht wurden. Da könnte man sich in unserer heutigen Zeit eine Scheibe von abschneiden... Darunter die gleiche Art einmal zu 0,50 RM, "postfrisch", aber mit Handstempel "ungültig", und eine 1947 abgestempelte Marke zu 1.- RM.

Kostenmarke

Kostenmarken 2

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In den Nachkriegsjahren, soweit ich das herausfinden konnte teilweise bis in die 1960er Jahre, und vereinzelt auch anoch heute, waren "Schulsparmarken" von Banken und Sparkassen weit verbreitet. Schüler konnten diese Marken erwerben und in ein Sammelheft kleben, und ab einer bestimmten Menge oder Summe diese auf ein Sparbuch eintragen lassen. Wie das Verfahren genau gehandhabt wurde und wie außer dem Sammeln Anreize geschaffen wurden habe ich jetzt nicht weiter recherchiert. Aus einem Satz mehrerer solcher Schulsparmarken aus vermutlichen den frühen 1950erJahren stammt diese Marke:

Schulsparmarke

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Nicht wirklich konkret das Motiv Heidelberg, aber gehört zum Lokalkolorit dazu:

Die "Ög", lautmalerische Wiedergabe des Kürzels "OEG", ist jedem Heidelberger bzw. aus dem Großraum Rhein-Neckar Gebürtigem (außer vielleicht den Jüngsten) ein Begriff - er steht für die Züge der Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, die seit 1911 diesen Namen trug (bis 2004), während diese regionale Schmalspureisenbahn unter anderem Namen bereits seit 1886 bestand. Die Linie verbindet in einem Dreieck die Städte Mannheim - Weinheim - Heidelberg, diente früher sowohl dem Personen- wie auch dem Güterverkehr, seit den 1980er Jahre nur noch dem Personenverkehr - näheres siehe unter Wikipedia. Nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft Fiskalphilatelie gab die OEG für die Güterbeförderung eigene Gebührenmarken heraus. Die Marken wurden für die Güterbeförderung mit der Bahn auf die Frachtbriefen geklebt und mit Bahnhofsstempeln entwertet. Es gab mehrere Ausgaben, die erste von 1911, dann 1912, 1916, 1922, sowie eine Aushilfsausgabe von 1922. Wie die nachfolgenden zwei Sätze - die sich in der Stärke der Wertziffern unterscheiden - hierbei einzuordnen sind weiß ich nicht, wer detaillierte Auskunft geben kann - Besten Dank!

OEG 1

OEG 2

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Was für eine Bewandtnis die nachfolgenden Wertmarken der Heidelberger Strassen- und Bergbahn AG mit Wert- und Zeitraumaufdruck hatten weiß ich nicht genau. Möglicherweise waren dies Wertmarken für Monatsfahrkarten, ich kann mich zumindest erinnern das es so etwas in den 1980ern auch noch gegeben hat:

HSB

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Nach diesen verschiedenen Gebühren- bzw. Fiskalmarken nun zu den Werbemarken. Bis nach dem 1. Weltkrieg war Werbung in Form von Marken sehr verbreitet, und wurde sowohl für die Werbung von Firmen und Produkten wie auch zur Bewerbung von Veranstaltungen, Ausstellung u.ä.m. genutzt. Ich versuche hier, das mir vorliegende Material einigermaßen in der chronologischen Folge vorzustellen.

Am 29. und 30. Juni 1912 fand in Heidelberg der 13. Deutsche Kongress für Volks- und Jugendspiele statt, den die Veranstalter gleich mit zwei Serien je eines Motivs mit je 6 verschiedenfarbigen Marken bewarben.

Volksspiele 1

Volksspiele 2

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Überhaupt war 1912 offenbar ein ereignisreiches Jahr, und vielleicht regten diese schönen Werbemarken auch die anderen Aussteller an vergleichbares zu tun... So gab es in Folge auch für die Ausstellung von Frankenthaler Porzellan aus Heidelberger Privatbesitz, die vom 1. Juli bis 1. September 1912 bestand, ebenfalls Werbemarken. Drei kann ich hier als Abbildung bieten, meines Wissens gibt es aber noch mehr. Unterscheiden tun sich diese nur durch die Farbe des Wappens oben und der Unterstreichungslinien.

Porzellan

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Damit ist das Jahr 1912 aber noch nicht abgeschlossen: Die Allgemeine Deutsche Photographische Ausstellung Heidelberg 1912, die vom 4. bis 28. Juli 1912 stattfand, verausgabte ebenfalls 6 großformatige Werbemarken, die auf den ersten Blick wie Stichtiefdruckmarken aussehen, wohl weil das Motiv wie ein Stich aussieht (jedoch keiner ist). Wie schon bei den Serien zu den Jugendspielen gab es ein Motiv, das in sechs verschiedenen Farben gedruckt wurde.

Foto

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Im Jahr 1913 gab es dann eine Werbemarke zu der Veranstaltung Historische Schloßfeste vom 30. Juni bis 5. Juli 1913. Ob die zweite Marke des gleichen Anlasses dem gleichen Jahr zuzuordnen ist weiß ich nicht, der Veranstaltungszeitraum ist zumindest identisch.

Schlossfest 1913 Schlossfest 2

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Von 1926 bis 1929 fanden in Heidelberg im Sommer die Heidelberger Festspiele unter Leitung von Gustav Hartung statt. Diese wurden ebenfalls durch Werbemarken beworben, annehmbarerweise gibt es noch mehr als die hier gezeigten.

Festspiele 1

Festspiele 2

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Mit den Festspielen gingen auch die Schloßbeleuchtungen einher, die durch nachfolgende Marke beworben wurde:

Schlossbeleuchtung

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Dem Trend der Werbemarke folgten auch die Veranstalter der Fachausstellung für das Blechner- und Installateurgewerbe, die vom 9. bis 14. Juli 1927 in Heidelberg abgehalten wurde. Zwar ungezähnt, dafür aber im Prägedruck ausgeführt - mit Ausnahme des Motivs des Schlosses im Kreis oben und das Kleingedruckte am Unterrand wurden alle unbedruckten Stellen geprägt.

Fachausstellung

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Einige Jahre später regierte der Nationalsozialismus. Aus dieser Zeit stammt ganz sicher diese Marke

Deutschtum

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Hier einmal eine typische Produkt-Bewerbung für Zement:

Cement

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In den gleichen Zeitraum dürfte auch die Vignette des Hotels Prinz Carl fallen:

Prinz Carl

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Nach dem Krieg war vieles beschädigt und zerstört.... ab 1946 gab es daher mehrfach Aufrufe zu Spenden für den Wiederaufbau der alten Brücke in Heidelberg, in 1946 selbst auch eine Spendenmarke.

Brueckenspende

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Wesentlich später, nämlich 1964, verausgabte der Briefmarken-Sammler-Verein Heidelberg eine Werbemarke - oder sollte man jetzt endlich von "Vignette" sprechen? - anläßlich seines 50jährigen Jubiläums, und nutzte dabei als Motiv eine Markenausgabe des Deutschen Reich, die das Heidelberger Schloß zeigt.

Sammler 1964

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Ans Ende gestellt, da keine zeitliche Zuordnung und auch kein besonderer Zweck, außer vielleicht "Motiv-Sammelbild" zu sein, erkennbar ist, noch einige Vignetten:

Sonstiges

weitere Bild-Vignetten

Es gibt noch zahlreiche weitere Vignetten und Werbemarken, die Motive Heidelbergs enthalten oder den Namen Heidelberg in irgend einer Form tragen. Angsichts des Umstandes, daß die Anzahl groß ist und diese Vignetten bei recht geringer Nachfrage nach derartigem Sammelobjekten zu - meiner Ansicht nach - meistens überhöhten Preisen angeboten werden, habe ich bislang davon abgesehen den Teil dieser Sammlung weiter auszubauen.

Fortsetzung folgt....

Die nächsten Webseitenteile werden sich befassen mit:

- Marken und Belegen Badens und des Deutschen Reich befassen

- Ausgaben aus dem Ausland mit Bezug zu Heidelberg oder im Ausland gelegenen Orten namens Heidelberg

- Marken und Belegen der Bundesrepublik

weiter zu

Teil 1 - Heidelberg - Mercur

Teil 2 - Heidelberg - Neuenheim

Teil 3a - Heidelberg - Arnold bis 1888

Teil 3b - Heidelberg - Arnold ab 1889

Teil 3c - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Karten

Teil 3d - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Umschläge

Teil 5 - Heidelberg im oder vom Ausland

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