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Briefmarken Heidelberg - Mercur--- Teil 2 - Heidelberg - Neuenheim--- Teil 3a - Heidelberg - Arnold bis 1888--- Teil 3b - Heidelberg - Arnold ab 1889--- Teil 3c - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Karten--- Teil 3d - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Umschläge--- Teil 4 - Varia - Fiskalmarken (Gebührenmarken) - Werbemarken - Sammelmarken---Teil 5 - Heidelberg im oder vom Ausland

Kopf

Briefmarken - "Heimatsammlung" Heidelberg - Von den Privatposten im Deutschen Reich bis in die Moderne

Ich möchte hier und auf folgenden Seiten nach und nach als gebürtiger Heidelberger meine sogenannte "Heimatsammlung" an Briefmarken und anderen philatelistischen Belegen wie Ganzsachen und Stempeln, Vignetten zu Werbezwecken usw. vorstellen.

gelb unterlegt: Neuere Angaben

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Teil 3a

Heidelberg - Privat-Brief-Verkehr von Georg Arnold / Teil a)

Alle Daten zu den Privatpostanstalten lassen sich in den Michelkatalogen zu den Privatposten (von Horst Müller) und C. Schmidts "Handbuch der Deutschen Privatpostwertzeichen" von 1939 (bzw. modernem Nachdruck) entnehmen, bzgl. Druckvarianten gibt ein Artikel von Schimmelpfennig aus dem Jahr 1891.Darüber hinaus verfüge ich Dank Herrn Oswald Walter digital über einige Archivmaterialien, Zeitungsartikel und von Mitteilungen der Oberpostdirektion (OPD) Karlsruhe an das Reichspostamt (RPA) Berlin über die Privatpostanstalten, die weitere Aufschlüsse liefern.

Die Privatpostanstalt des Kaufmanns Georg Arnold wurde unter der Bezeichnung "Privat-Brief-Verkehr" am 29.07.1886 gegründet und durch den Erwerb der Konkurrenzanstalt "Mercur" am 05.02.1887 gestärkt. Am 23. August 1893 übernahm der vormalige Hausbursche Franz Waldemeier die Postanstalt*, am 01.04.1894 dann A. Weigold, dann am 14. Dezember 1895 Georg Schmitt. Unter letzterem schloß die Firma Ende Dezember 1897 aus gesundheitlichen Gründen.** Im März 1898 (nach OPD / RPA wurde schon Anfang Februar die Neugründung beantragt, möglicherweise begann dieser Dienst also bereits früher) eröffnete daraufhin G. Arnold selbst erneut eine neue Anstalt namens "Privat-Stadtbrief-Bestellung", die dann auf Grund neuer gesetzlicher Bestimmungen zu Gunsten der Reichspost am 31.03.1900 ihren Betrieb einstellen musste. Nach OPD/RPA-Unterlagen beschäftigte Arnold keine Briefträger mehr, sondern versah den Dienst alleine, weshalb er wohl auch keine Entschädigung von der Reichspost beantragte. Ob in diesen zwei Jahren tatsächlich Postdienstleistungen in größerem Umfang stattfanden, also erbracht und auch in Anspruch genommen wurden, ist damit ebenfalls fraglich. Zwar gibt es nicht wenige "gestempelte" Exemplare der letzten und einizigen Markenausgabe dieses  Postdienstes, aber echte Belege?

* Laut den Archivunterlagen OPD / RPA, die gängige Literatur schreibt: Zum 01.10.1892 übernahm Waldemeyer ...

** Laut den Archivunterlagen OPD / RPA wird mit dem 14 .Dezember ein exaktes Übernahmedatum gegeben, und das Ende wird dort mit Ende Dezember 1897 anstatt September wie in der gängigen Literatur angegeben.

Auffällig erscheint mir bei mir vorliegenden echten Belegen (sowie auch solchen, von denen ich Kenntnis habe), dass nicht wenige an den (Hauptmann) Valentin Bühler oder dessen Frau gerichtet sind. Entweder war dies möglicherweise ein Sammler, der an sich selbst Briefe versendete, oder ein enger Freund G. Arnolds, der von diesem natürlich durch den eigenen Postbetrieb häufig mit (eigener) Post bedacht wurde. Eine Handschrift-Überprüfung traue ich mir nicht zu ...

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Mit dem Gründungsdatum 29.07.1886 erschien in sorgfältig ausgeführtem Steindruck auf weißem Papier die erste Briefmarke, die im Kern den Wappenlöwen Heidelbergs trägt (MiNr. 1). Am 25.08.1886 folgten in gröberer Zeichnung von neuen Platten die MiNr. 2 und 3 auf gelblicherem Papier. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale (neben anderen) zwischen der MiNr. 1 und 2 sind neben dem gröberen Druck mit unsauberer Linienführung und der Papierfarbe vor allem die Kopfform der Wertziffer 1 im Oval links unten und die Form der Ornamentik links oben sowie die Klarheit der Mähne des Löwen. (auf dem Bild: Links die Nr. 1, rechts die Nr. 2, unten die Nr. 3)

HD-Arnold- 1,2,3

Ein schöner Beleg mit der Nr. 1 als Trauerbrief verschickt (aus der Sammlung von Oswald Walter):

Nr. 1 Bf

Am 01.10.1886 folgten dann erneut Marken des gleichen Motiv (MiNr. 4 und 5), jedoch von neuen Platten in erneut feiner Linienführung in Konstanz gedruckt, außerdem waren diese Marken mit einer Zähnung (gez. 10 1/2) versehen (MiNr. 5 soll auch ungezähnt vorkommen). Graphisch unterscheidet sich die MiNr. 4 von der Nr. 1 vor allem durch die fettere Widergabe der Wertziffer "1" sowie den enger und runder gefasten Ornamenten oben rechts und links. Wesentliches Merkmal der MiNr. 5 im Vergleich zur MiNr. 3 sind die beiden hinzugekommenen Wertziffern unten.

Arnold-4-5

Die Nr. 4 und Nr. 5 wurden in Bögen zu 10 x 5 Marken gedruckt, die linke Hälfte Nr.4, die rechte Hälfte Nr. 5. Dadurch ergibt sich das Vorkommen von waagrechten Zusammendrucken, WZ 4/5:

WZ 4/5

Druckbildtypen-Unterschiede: Von der 2-Pfennig-Marke MiNr. 5 gibt es laut Schimmelpfennig 5 unterschiedliche Typen der Wertziffern (vor allem am Ansatz des Kopfes der Ziffer zu unterscheiden, der Zwischenraum fällt hier mal feiner, mal dicker aus), die im Druckbogen waagrecht nebeneinanderstehend angeordnet waren (abcde), also je Bogen je 5 mal vorkommen. An der Type Nr. 5a befindet sich links davon immer die MiNr.4.

Bogenaufbau mit den Pfennigwertangaben:

1-1-1-1-1-2a-2b-2c-2d-2e

1-1-1-1-1-2a-2b-2c-2d-2e

1-1-1-1-1-2a-2b-2c-2d-2e

1-1-1-1-1-2a-2b-2c-2d-2e

1-1-1-1-1-2a-2b-2c-2d-2e

Mir liegt leider kein vollständiger waagrechter Streifen vor, sondern nur ein Streifen mit 1-1-1-1-2a-2b-2c-2d, die 2e liegt mir nur als an einem gestempelten waagrechten Viererstreifen vor, hier dahinter gelegt.

5abcde

Eine Rarität sind komplette Briefe, Briefauschnitte oder Briefstücke - hier ein kompletter Brief mit der MiNr. 4

Nr. 4 auf Brief

Ab Februar 1887 gab es dann beide Marken nochmals in leicht geänderter Zeichnung (MiNr. 6 und 7), die wieder mehr den Nummern 2 und 3 ähnelt, aber durch deutlichere und feinere Trennungslinien sowie einer groben Zähnung (gez. 8 und andere) auffällt. Außerdem kommt es hier zu zahlreichen, nicht näher in den Katalogen erfassten Randmarken wie oben/unten ungezähnt u.ä.m. - siehe Bildbeispiele.

Arnold-6-7

Nr. 7 - 16er Bogenteil

Wie schon angesprochen übernahm G. Arnold am 05.02.1887 die Postanstalt "Mercur". Zum Teil wurden die Restbestände an Mercur - Marken so aufgebraucht, zum anderen aber mit einem Handstempelüberdruck (Text: G. Arnold) versehen. Diesen Aufdruck gibt es in drei verschiedenen farben: schwarz, rotlila, violett. (gerade das rotlila neigt durch Alterung zur Verfärbung und erscheint heute oft eher bräunlich). Wie schon bei Mercur gehe ich auch hier davon aus nur Originale vorliegen zu haben, die drei nach rechts verschobenen Marken sind aber möglicherweise Nachdrucke wie nachstehend erläutert.

Zu den Schwierigkeiten, die Unterscheidung zwischen Originalen und Nachdrucken bei den Mercur- Marken vorzunehmen, bitte in dem Webseitenteil zu den Mercur-Marken die Ausführung lesen.

Wie im Teil 1 schon angesprochen gab es jetzt aber ja auch noch private Nachdrucke (durch Müller aus Gießen) dieser Marken, und in Folge davon auch besondere Varianten bei den Handstempel-Überdrucken. Müller sandte nämlich am 28.10.1887 von jeder Marke 3 Nachdruckbögen zu je 100 Marken an Arnold mit der Bitte, diese mit den drei Handstempel- Überdruck-Varianten zu versehen. Arnold entsprach dieser Bitte, tauschte jedoch einen Bogen der 3 Pf-Marke gegen einen Originalbogen aus. Später ließ Müller außerdem noch auf seinen Nachdrucken falsche Überdrucke anbringen, die sich nur dadurch von den Originalen unterscheiden lassen sollen, weil der Aufdruck auf der Markenrückseite reliefartig hervortritt (nach C. Schmidt).

Druckbildtypen-Unterschiede: Von der 3-Pfennig-Marke gibt es außerdem laut Schimmelpfennig 5 unterschiedliche Typen der Wertziffern (vor allem am unteren Bogen der Ziffer zu unterscheiden), die im Druckbogen von 100 Stück waagrecht nebeneinanderstehend angeordnet waren (abcdeabcde), also je Bogen je 20 mal vorkommen. MIt der Vorlage eines 5er-Streifens auf der Seite zu "Mercur" sind sämtliche 5 Typen dargestellt. Bei den drei Arnoldschen Überdruckvarianten ergeben sich also insgesamt 15 verschiedene Typen bzw. 30 Typen bei Einbeziehung der Nachdrucke alleine für diese Marke.

Arnold-8-12

Eine Besonderheit stellen sind die Meißener Privatpost-Ausgaben, Überdrucke u.a. auf Heidelberg-Privatpostmarken. Die Ausgaben der Privatpost von Theresius Hugo Münch in Meißen mit Überdruck durch die "Druckschriften- und  Circular-Beförderung" von Th. H. Münch zwischen dem 11.11.1890 und 15.07.1891 werden von so manchem Privatpostspezialisten komplett als zeitgenössische Machwerke angesehen, da kein nachweisbarer Bedarf dieses Postdienstes bestanden hat. Schon allein der Umstand, dass Münch eine Reihe Marken anderer Postanstalten (dabei überwiegend aus Heidelberg - Privatpost, Meißen MiNr. 2-9, wobei hier noch zwei weitere, nicht in der Nummerierung geführte Überdrucke auf Arnold Nr. 6 und Nr. 7 vorkommen) einfach mit zusätzlichem Stempelaufdruck zu "Meißener Marken" änderte war unüblich und befremdlich, und die nachher selbst angefertigten Wertstufen waren auch keine professionellen Druckwerke...

Es sei erwähnt, dass im Michel / Müller - Katalog Marken mit der Schreibweise "Meißen" anstelle von "Meissen" als Fälschungen zum Schaden der Sammler benannt werden, was so auch stimmen dürfte. Außerdem sind diese Fälschungen durch einen größeren Überdruck auffällig, die Originale sind kleiner.

Es liegen vor die MiNr. 2 (auf Arnold Nr. 4) einmal mit vertikalem Aufdruck und einmal normal waagrechtem Aufdruck; es fehlt die Nr. 3 (Arnold Nr. 3); die Nr. 4 (A 5), ein Überdruck auf Arnold Nr. 7 (A Nr. 6 liegt nicht vor); und Nr. 5 bis 9 (Arnold Nr. 13-17), letztere alle ohne Gummi.

Meissen 2,4,9b

Meissen 5-9

Hier abgebildet eine komplette Fälschung, eine Karte mit der Mercur Nr. 1 und dem falschen Stempel "TH. H. Münch / Meißen i. S." auf der Marke sowie einer genauso falschen Kastenstempelentwertung. Die Mercur Nr. 1 scheint auch als echt nicht bekannt zu sein.

Meissen

Am 15.03.1887 erschienen dann 5 neue Marken in verschiedenen Wertstufen und Farben (MiNr. 13-17 AB), mit einem zentralen Motiv einer Sicht auf Stadt und Schloß Heidelberg, mit der Inschrift "Privat-Stadt-Post". Die Marken erschienen sowohl gezähnt (gez. 10 1/2) und geschnitten. Nachstehend der komplette Satz ungebraucht (** / * / o.G.) und (überwiegend) gefälligkeitsgestempelt. Als Besonderheit sei auf die verzähnte MiNr. 16A (5 Pf) hingewiesen.

Arnold-13-17

Weitere Besonderheiten dieser Marken: Ein senkrechtes Paar der Nr. 13 zu 1 Pfennig mit fehlender horizontaler Zähnung zwischen den Marken; ein teils geschnittenes, teils durchstichartig gelochtes senkrechtes Paar der Nr. 14 zu 2 Pfennig, je ein waagrechtes Paar in der Mitte senkrecht ungezähnt der Nr. 15 und Nr. 16, ein Vierblock der Nr. 17 mit horizintaler doppelter Zähnung und eine Nr. 17 als Fehldruck, wo die linke obere Ecke unbedruckt blieb - da keine Knickspur zu sehen ist muß an dieser Stelle etwas zwischen Papier und Druckform gelegen haben.

13-17 Varianten

Und auch hier ein seltener Briefbeleg mit der Nr. 14A

34A auf Brief

Ebenfalls 1887 wurde die gleiche Serie nochmals herausgegeben, die sich von der vorherigen nur dadurch unterscheidet, dass die Beschriftung von "Privat-Stadt-Post" in größeren Buchstaben erfolgte, sich die Wertziffern etwas unterscheiden und die Marken eine feinere Zähnung haben (gez. 11), und außerdem auch neben ungezähnt gestochen vorkommt. (MiNr.18-22 ABC). Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal zur Unterscheidung von den anderen Werten ist der Kreis über dem "N" von Arnold in dem Schriftband unten: Er ist bei diesen Marken oben eigentlich immer offen oder verstümmelt. Diese Marken liegen mir nur teilweise vor, nämlich als Nr. 18-21C und 18A (nachstehendes Bild) und 19A. Ergänzend noch einen echten Beleg mit der Nr. 19C und die Nr. 20C gestempelt.

Arnold-18-21

Nr. 18A

18A

19C auf Brief

20C

Am / ab dem 5. Mai 1887 wurden dann die vorherigen Serien mittels Handstempel in drei verschiedenen Stempelfarben mit "Privat-Brief-Verkehr" überdruckt (überstempelt). Denn die Deutsche Reichspost, der die zahlreichen Privatpostanstalten natürlich ein Dorn im Auge waren, ließ die Verwendung des Wortes "Post" auf den Marken verbieten. Um bereits gedruckte Bestände an Marken nicht vernichten zu müssen erfolgte das Überstempeln mit der neuen Bezeichnung. Nachstehend die Nr. 23A - 27A  (Urmarken Nr. 13-17) abc soweit mir vorliegend. (Inzwischen liegt die 26Ac und die 27Ac auch vor, auf eine Abbildung wird hier aber verzichtet.) Bemerkenswert bei dem 5-Pf-Wert mit Überdruck in rotlila die Farbnuancierungs-Bandbreite. Generell ist aber festzustellen, dass, offenbar durch wechselnde Farbverwendung mit dem gleichen Stempel, oftmals die Farbintensitäten sich ändern. Oftmals lassen sich die violetten Stempelungen kaum von den schwarzen Stempelungen unterscheiden (hier hilft oft nur das hochauflösende Einscannen der Marken, auf dem PC-Bildschirm ist dann die Farbe eindeutig zu identifizieren).

23A-27A

Ein interessantes Paar der Nr. 26Aa mit einem auf dem Kopf stehenden Aufdruck:

26Aa KD

des weiteren Nr. 23B - 27 B abc, dabei interessant der Abklatsch einer 3-Pf-Marke auf der Rückseite einer 5-Pf-Marke

23B-27B

Eine interessante Variante fiel mir nur zufällig auf nachdem ich die Marke gescannt hatte. Was ich für eine Durchfärbung oder Abfärbung hielt entpuppte sich auf dem Bildschirm als eine Doppelung verschiedener Farben: Nachdem die Überstempelung mit der Farbe rotlila (Type b) womöglich zu blass erschien stempelte man nochmals mit schwarz (Type a) über:

25Bab

Von den Nummern 28 - 32 (Urmarken Nr. 18-22) A und B liegt mir nur die Nr. 29Ac vor:

29Ac

Nachstehend die Nr. 28Ca und dann die Nr. 28Cb, 29Cab, 30Ca und 31Ca und nachstehend die Nr. 32Ca und 32Cc - und die anderen Varianten von abc liegen mir ebenfalls nicht vor.

28Ca

28C-31C

32Ca 32Cc

Nachstehend die 29Ca Postfrisch als Viererblock, mit zwei Besonderheiten:

Zum einen auf dem Unterrand ein zusätzlicher Abdruck des Stempels "Privat-Brief-Verkehr", zum anderen aber der deutlich dunklere Farbton der Marken gegenüber dem Üblichen. Im weiteren Verlauf hier werden noch einige Marken mit Farbabweichungen gezeigt, insbesondere betroffen davon sind die Rot-und Gelbtöne, also die 2 und 10 - Pfennig-Werte der Stadt-Post und Brief-Verkehr - Werte, aber auch der Blauton des 1-Pfennig-Wertes ist betroffen. Alle stammen aus der gleichen (aufgelösten) ursprünglichen Sammlung. Die Verfärbungen basieren höchstwahrscheinlich auf chemische Einflüße, sogenannte Bleisulfidschäden (Die Druck-Farben enhalten Bleisulfid, das v.a. bei der Aufbewahrung unter nicht Weichmacherfreien Folien zur Verfärbung führt.

29Ca VB

Druckbildtypen Unterschiede: Schimmelpfennig unterscheidet bei diesen Schlossansicht-Marken "Privat-Stadt-Post" ebenfalls mehrere Typen im Druckbild für die Werte 1 bis 5 Pfennig, ohne dabei allerdings eine ausdrückliche Unterscheidung zwischen den MiNr. 13-16 und 18-21 zu machen, außerdem bezeichnet er sie als unbedeutend. (Warum diese nicht auch bei dem 10-Pf-Wert auftreten sollen erschließt sich mir nicht.) Im Wesentlichen soll es sich dabei um zwei Haupttypen a und b fortlaufend waagrecht nebeneinander, also ababababab, handeln. Daneben soll es noch drei kleinere Abweichungen der Type a und eine kleinere Abweichung der Type b geben, die pro Bogen nur einmal vorkommen. Zählt man also neben den 2 Haupttypen noch 4 Abweichungen oder Nebentypen, so müsste es von jeder der Marken 6 verschiedene Varianten im Druckbild geben. Die schiere Flut der Überdrucke (MiNr. 23-27 A/B und 28-32 A/B/C, 38-52) müsste also genau genommen nicht nur nach Aufdruckfarbe und Trennart, sondern auch noch nach 6 möglichen Druckbildtypen gezählt werden... (!!!)

Wie die Haupttypen und Abweichungen aussehen wird nicht beschrieben. Ich habe versucht irgendwelche Unterschiede festzustellen, finde aber noch nicht einmal einen grundlegendenden Unterschied, die es erlauben würde eine Type a und b zu definieren. Da Schimmelpfennig ja keine ausdrückliche Unterscheidung zwischen den bekannten beiden Haupttypen MiNr. 13-17 und 18-22 macht, erscheint es mir denkbar, dass er mit den Typen a und b diese Unterscheidung macht (und die ja dann tatsächlich auch existiert), und hat hierbei noch allerkleinste Unterschiede festzustellen gemeint, die aber möglicherweise auch einfach nur druckbedingt sind. Denn die wenigen festzustellenden, sehr geringfügigen Abweichungen lassen sich eher durch drucktechnisch bedingte Schwankungen (bspw. Stärke des Farbauftrags) erklären. Ja, es kommt vor, dass die Dicke und Form einer Zahl von Marke zu Marke etwas differenziert, ein Ornament mal filigraner, mal fetter, eine Rahmenlinie mal mehr oder weniger deutlich daher kommt - aber derartige Unterschiede dürfte man heutzutage als drucktechnisch bedingte Schwankungen definieren, nicht als Plattenfehler oder Typen.

Ab dem 1. Juli 1887 (nach Schmidt) erfolgte dann die Ausgabe der bildgleichen Marken mit der neuen Inschrift "Privat-Brief-Verkehr" gezähnt und ungezähnt, Nr. 33-37.

33-37

... eines schönen Tages gelang es der Sammlung einen kompletten Bogen der Nr. 33 B Postfrisch hinzuzufügen ... zwar etwas Lichtblass und als "Halbbogen" angeboten, aber immerhin! Der Anbieter sprach wohl von einem Halbbogen weil er derer zwei à 50 Stück im Angebot hatte, vertat sich aber auch mit der Katalognummer und schien demnach auch sonst nicht über entsprechende Kenntnisse zu verfügen. Angesichts des Umstands, dass alle Randseiten Druck-Führungsstriche aufweisen muß es sich hierbei um einen vollständigen Bogen handeln, wie er den Angestellten Arnolds bzw. ihm selbst in den Büchern zur Frankatur vorgelegen hat. Ganz falsch ist die Aussage Halbbogen tatsächlich aber nicht, denn laut Katalogen wurden die MiNR. 13-17 als Druckbogen 10x5+10x5 mit waagrechtem Zwischensteg gedruckt, was für die MiNr. 18-22 und auch MiNr. 33-37 denkbar ist, auch wenn es nirgends genannt wird. Vermutlich handelte es sich tatsächlich um einen bereits in der Mitte getrennten Druckbogen, was zwei ganze Schalterbogen ergab.

Nr. 33 Bogen

Wie oben schon erwähnt liegen mir einige Marken der Serie in abweichenden Farbtönen vor, hier aus einem kompletten Viererblock-Satz postfrisch der Nummern 33-37B die drei deutlich abweichenden Typen.

33B Vb

34B Bb

37B Vb

Außerdem gab es die Marken Nr. 34-37 auch durchstochen. Es liegt hier nur die Nr. 34 vor, die im Katalog nicht erwähnt wird, dort heißt es "MiNr. 35-37 kommen auch durchstochen vor. Da ich die Nr. 34 habe sollte die Existenz der Nr. 33 durchstochen ebenfalls angenommen werden können. Außerdem gibt es einige Zähnungsvarianten, so kommen laut Carl Schmidt die Nr. 35 und 36 waagrecht ungezähnt, und die Nr. 36 und 37 senkrecht ungezähnt. Diese Marken liegen hier soweit vor, die Nr. 37 senkrecht ungezähnt in der zweiten Abbildung, zusammen mit einer Verzähnung der Nr. 35

33-37 spezial

35Vz 37Su

Zwei weitere "Kuriositäten": Der Viererblock der Nr. 34, der zum einen zeigt, daß die Zähnung oft schon von der Produktion mangelhaft war: Er hat teilweise nicht durchgestanzte Zahnreihen. Zum anderen ist er aber am 26.Mai (18)87 abgestempelt... Wenn diese Marken tatsächlich erst am 1. Juli 1887 in den Verkauf kamen, dann stimmt hier das Datum nicht. Sollte es doch stimmen, dann stimmt die Angabe von Schmidt zum Ausgabedatum nicht.... Und die Nr. 36 mit einer Verzähnung, hier eine waagrechte Zahnreihe durch das Markenbild.

34-36

Druckbildtypen Unterschiede: Schimmelpfennig unterscheidet auch bei Schlossansicht-Marken "Privat-Brief-Verkehr" (MiNr. 33-37) mehrere "unbedeutende Typenunterschiede" im Druckbild für die Werte 1 bis 5 Pfennig. (Warum diese sich nicht auch auf den 10-Pfennig-Werten befinden sollen erschließt sich mir nicht). Insgesamt listet er 10 solche Unterschiede (gekennzeichnet mit a bis j), bei denen die ersten 4 a-d waagrecht die häufigste Gruppe bilden, die Type f pro Bogen zweimal und die Typen e, g,h,i,j je Bogen nur einmal vorkommen. Einzuschränken ist hierbei, das er sich nur auf einen Bogen der 5-Pfennig-Marke bezieht. Die Anordnung laut Schimmelpfennig:

  Typen 33-36

Die schiere Flut der Überdrucke (MiNr. 53-58, 62-64) müsste also genau genommen nicht nur nach Aufdruckfarbe und Trennart, sondern auch noch nach 10 möglichen Druckbildtypen gezählt werden... (!!!)

Wie die Haupttypen und Abweichungen aussehen wird nicht beschrieben, Ich habe versucht irgendwelche Unterschiede festzustellen, finde aber noch nicht einmal einen grundlegendenden Unterschied, der es erlauben würde einen Unterschied zwischen den Marken zu definieren, schon gar nicht 10 davon! Wie schon bei den Marken der vorherigen Serien weiter oben angemerkt:  Die wenigen festzustellenden, sehr geringfügigen Abweichungen lassen sich eher durch drucktechnisch bedingte Schwankungen (bspw. Stärke des Farbauftrags) erklären denn als Typen oder gar Plattenfehler.

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Es ist unbestreitbar - und so sogar im Michel als Anmerkung zu den Nummern 38-57 nachzulesen - das G. Arnold schon früh (d.h. bereits 1887 mit den Ausgaben Nr. 8-12) vor allem auch für die Taschen der Sammler produzierte (Das Sammeln von Privatpostmarken war gerade zu den Zeiten der Privatposten eine regelrechte Modeerscheinung). Dies ist vor allem aber ab den fast schon zahllosen Überdruckvarianten ab 1889 zu sehen - die Privatpostmarken Heidelbergs und v.a. G. Arnolds gehören zu dem umfangreichsten Privatpostgebieten überhaupt. In wie fern all diese Variationen tatsächlich den Geschäftspraktiken G. Arnolds entspringen oder als Fälschungen zum Schaden der Sammler durch andere "Hersteller" einzustufen sind, das ist heute nicht mehr nachprüfbar (so steht es sinngemäß auch im Michel). Die Marken ab 1889 werden daher in dem neuen Webseitenteil "Briefmarken Heidelberg Teil 3b" behandelt werden (soweit sie mir überhaupt vorliegen...)

Fortsetzung folgt....

weiter zu

Teil 1 - Heidelberg - Mercur

Teil 2 - Heidelberg - Neuenheim

Teil 3b - Heidelberg - Arnold ab 1889

Teil 3c - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Karten

Teil 3d - Heidelberg - Arnold - Ganzsachen - Umschläge

Teil 4 - Varia - Fiskalmarken (Gebührenmarken) - Werbemarken - Sammelmarken

Teil 5 - Heidelberg im oder vom Ausland

demnächst mehr....